Wie viel soll mein eBook kosten? Wir rechnen nach!

Wie stufe ich meinen eBook preislich ein?  Diese wichtige Frage wird oft gerade von unerfahrenen Autoren erst zum Schluss gestellt. Und das ist auch kein Wunder, schließlich wird dieses pikante Thema bei vielen eBook-Anbietern und Distributoren auf den letzten Seiten ihres Einstellungsmenüs behandelt. Doch diese Frage ist wirklich sehr ernst zu nehmen und ist (mit) ausschlaggebend dafür, ob das Buch ein voller Erfolg wird oder auch nicht.

Antwort findet man darauf aber nicht auf Anhieb, denn es gibt viele Facetten, die Einfluss auf den Preis haben. Als aller erstes ist es jedoch gut, wenn du dir überlegst, wie viel Wert das eBook für dich persönlich hat. Hast du die Frage dann einmal beantwortet, weißt du auch schon die ungefähre Richtung. Jetzt musst die Medaille umdrehen und auch an die Bezugsperson denken, also an den Käufer. Für ihn hat dein Buch verständlicherweise nicht so einen hohen Wert wie für dich. Selbst wenn dein Buch wirklich ein Bestseller wird, kannst du dafür unmöglich den Preis verlangen, den dir das Buch wert ist. Es gibt wiederum auch Personen, die meinen, den Wert eines eBooks durch seinen Verbreitungsgrad bestimmen zu können. Das ist in unserem Internet-Zeitalter jedoch nicht mehr wirklich aktuell.

Wichtig ist hier, die Mitte zu finden. Du musst dir klar machen, dass du das Buch geschrieben hast, damit es gelesen wird. Somit stellt also der Leser das Ziel dar. Denn schließlich hast du das Buch ja für deine Kunden erarbeitet, geschrieben, korrigiert und dann auch noch publik gemacht. Überlege dir gut, wer dein Buch lesen wird. Welche Personengruppe könnte es sein? Für welche Interessenten hast du es geschrieben? Wenn du das, soweit es geht, geklärt hast, kannst du dir auch eine grobe Vorstellung davon machen, was dein Leser dafür zahlen würde.

 

Für Eitelkeit ist hier kein Platz

Das heißt schlicht und einfach: Schau dich gut um und mache dich mit deiner Konkurrenz bekannt. Hier musst du dir ganz klar bewusst sein, dass es stark von der Thematik deines Buches abhängt. Liebesromane, Fachbücher und Krimis sind einfach verschiedene Kategorien und somit auch ganz unterschiedliche Preisklassen.

Außerdem musst du folgendes beachten: Damit dein Buch ein Erfolg wird, muss es erst einmal in der virtuellen Bibliothek gefunden werden. Hier ist es natürlich ausschlaggebend, wie weit oben dein Buch in der Rangliste der eBooks in seinem Thematik-Bereich kommt. Gut ist es, wenn es unter den ersten 100 Vorschlägen kommt, ideal oder zumindest besser, wenn es unter den ersten 20 erscheint. Deine Aufgabe ist es jetzt, zu schauen, was deine Konkurrenten in dieser Kategorie für ihre Bücher möchten. Denn wenn die Preise dort alle nicht höher als 99 Cent sind, wird es sicherlich kein großer Erfolg, wenn du für dein Buch das Zehnfache verlangst.

Hier bist du genau an dem Punkt angelangt, wo für vermeintliche Eitelkeit kein Platz mehr ist.  Versuche einfach umzudenken: Wenn du dein Buch für die Hälfte des Preises, was es dir eigentlich wert ist, gut verkaufst und es beliebt wird und immer größere Runden macht, dann hast du dein Ziel erreicht. Wenn du aber den Preis so hoch ansetzt, dass es kaum jemand kauft, auch wenn das Buch wirklich den Preis wert ist, dann hast du nicht wirklich etwas gewonnen. Denn viele Menschen werden dein Buch einfach des Geldes wegen nicht lesen und deine Arbeit hat sich wenig gelohnt.

 

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Die praktische Seite

Jetzt kommen wir aber auch zu den ganz praktischen Aspekten.

Wichtig ist zum Beispiel, wenn du direkt und auch nur bei Amazons KDP dein Werk veröffentlichst, dann musst du an die Honorargrenze denken, die bei 2.99€ brutto liegt. Sollte dein Preis darunter liegen, bekommst du anstatt der üblichen 70% nur noch 35% deines Nettoumsatzes.

Falls du ein Distributor nutzt, um dein Buch auch auf anderen Websites zu veröffentlichen, solltest du folgende Punkte beachten. Zum einen ist es die Preisbindung. Das heißt ganz konkret, dein eBook sollte bei allen Anbietern zur gleichen Zeit gleich viel kosten. Zum anderen gibt es bei einigen Shops die sogenannte Preisstufe. Das bedeutet konkret, dass manche Anbieter einen bestimmten Preis vorgeben. Das können 0.99 Euro, 1.49 Euro, 1.99 Euro und so weiter sein. Willst du dein Buch dort veröffentliche, gelten die Preise natürlich für alle Shops, siehe Preisbindung.

Ein hilfreicher Tipp ist es, klein anzufangen. Es ist besser, du setzt erst einmal einen eher niedrigen Preis an und wenn dein Buch dann an Popularität zugenommen hat und der Erfolg eintritt, kannst du den Preis bei der nächsten Ausgabe höher setzten.

Wenn du als Autor noch ganz neu in der Branche bist, solltest du dir bewusst sein, dass du gerade bei den beliebten Genres ( Liebesromane, Humor, Krimi,..) mit einem recht niedrigen Preis ( 99 Cent!) beginnen musst.. Das ist am Anfang ganz natürlich, denn noch bist du unbekannt und musst dir erst einmal einen Namen machen. Bekannte Self Publisher haben aber auch oft die Möglichkeit, gleich mit einem etwas höheren Preis, z.B. 3.99 € durchzustarten.

 

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Den besten Preis festlegen

Da die Bestimmung des Preises doch nicht ganz so einfach ist, kann man mit diesem Tool wenigstens einen ungefähren Rahmen für den Wert des Buches setzten. Bei diese Preiskalkulation werden Faktoren, wie Umfang, Genres, Bewertung und  Popularität des Autors berücksichtig. Außerdem wird auch ins Visier genommen, ob das eBook nicht schon zu einer Buchreihe gehört.

 

Ausrechnen des Nettopreises – so funktioniert das:

Der Bruttopreis ergibt sich, wenn du den Nettopreis und die Umsatzsteuer zusammen rechnest.

 

Allgemein verhält es sich, wie folgt:

  • Netto * ((100 + UST)/100) = Brutto
  • Netto * 1,19 für 19 % Umsatzsteuer = Brutto
  • Brutto – 0,19 * Brutto für 19 % Umsatzsteuer = Netto

 

Ausrechnen des Verdienstpreises:

Interessant ist es natürlich auch zu wissen, was man vom Buchpreis am Ende wirklich erhält. Dies variiert natürlich von Anbieter zu Anbieter. Bei Amazon ist es zum Beispiel so (wenn das Buch nicht weniger  als 2,99 Euro kostet), dass KDP-Nutzern die Übertragungskosten berechnet werden.

Das sieht dann so aus:

  • 0,7 * (0,81*Brutto-Übertragungskosten) = Verdienst

Hierbei sollte man bemerken, dass bei Apple die gleiche Rechnung gilt, dem Preis jedoch nach unten keine Grenzen gesetzt sind.

Falls man bei Amazon unter einem Wert von 2,99 Euro liegt, gilt folgende Rechnung:

  • 0,35 * 0,81 * Brutto = Verdienst

 

Außerdem sollte man wissen, dass bei deutschen Distributoren ein Anteil an die Firma abgeht. Wichtig ist es für dich, auf die genaue Formulierung zu achten. Merke dir folgendes: 70 Prozent des Gewinns sind nicht gleich 70 Prozent des Nettopreises, sondern meist weniger!

 

Hier musst du dann nach folgender Formel gehen:

  • Gewinnanteil * Shopanteil * 0,81 * Brutto (0,81 wegen der 19 Prozent Umsatzsteuer) = Verdienst

 

Falls es bei dir so ist, dass Gewinn- und Shopanteil (d.h. der Teil des eBook-Shops) bei 70 liegt, kann die Rechnung so sein:

  • 0,7 * 0,7 * 0,81 * Brutto = Verdienst

In Wirklichkeit sind es nämlich dann nur noch 39,7 Prozent des ursprünglichen Buchpreises.

 

Autor

  • Hallo! Ich bin Heike und unterstütze Sandra ab und an auf diesem Blog. Bisher blicke ich auf 15 eigenständige Bücher zurück - von denen ein Großteil unter Pseudonymen in renommierten Verlagshäusern erschienen sind. Ab und an gehe ich aber auch den Weg des Selfpublishings. Ich hoffe, euch mit meinen Beiträgen unterstützen zu könne. LG Heike

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